Twitter der 140 Digit Dienst ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Ob die Krise in Japan, ob bei den jüngsten Revolutionen in den arabischen Staaten oft ging die Kommunikation über Twitter - auch wenn sonst nichts mehr ging. In den Nachrichten konnten wir oft hören: "Gerade erreicht uns folgende ganz aktuelle Information über Twitter..."
Eine Milliarde Tweets - so heißen die Kurznachrichten - laufen per Woche über die Twitter Server. Der Zuwachs an Twitter Usern ist enorm. Da darf die Frage gestattet sein: "Was ist denn eigentlich das Geschäftsmodell?"
Das deutsche Wirtschaftsmagazin "Wirtschaftswoche" mutmaßt in einem Artikel aus dem März diesen Jahres, dass Twitter auch nach 5 Jahren noch immer kein richtiges Geld verdient und schreibt weiter: "Twitter sei ein Risikokapital-finanziertes Geschenk an seine User".
Wenn man sich die Veränderungen im Management von Twitter anschaut, könnte man annehmen, dass sich der Focus in jüngster Zukunft auf das monetarisieren des Dienstes richten könnte.
Offensichtlich war die Strategie bis dato, zunächst eine möglichst große Community aufzubauen in der Hoffnung, große Investoren anzuziehen.
Mitbegründer Ev Williams schied als CEO ja schon im Herbst 2010 aus und machte so Platz für den neuen CEO Dick Costolo, mit dem - so die Wirtschaftswoche - ein "Erwachsener" an die Macht kam, der sicherlich mehr Business Aspekte wie Börsengang oder externe Großinvestitionen im Auge hat, als seine Vorgänger.
Die Aufgabe scheint nicht trivial. Einen als kostenfrei verstandenen Dienst nachträglich zu monetarisieren ist immer eine Balanceakt. Und wenn man sich gerade die populären Features von Twitter anschaut, dann wird man schnell herausfinden, dass viele dieser attraktiven Leistungsmerkmale, die einen großen Teil der Attraktion ausmachen, nicht im Hause Twitter sondern in der Community entstanden sind. Zu einem großen Prozentsatz wird Twitters Herzstück die sogenannte Timeline (zeitliche Auflistung der Tweets von Followern und Followings eines Twitter User) gar nicht über Twitter geliefert sondern über mobile Applikationen.
Da ist viel zu tun. Costolo muss zunächst möglichst viel Technik aus der Community ins Haus holen, ohne Befindlichkeiten zu verletzen. Zu leicht läuft Twitter Gefahr in den Ruf zu kommen, diejenigen vor den Kopf zu schlagen, die nicht unerheblich an Twitters Erfolg beteiligt waren.
Vielleicht ist ja auch die Rückkehr von Twitter Erfinder und Mitgründer Jack Dorsey am 28.3.2011 in dem Zusammenhang zu sehen.
Sein Schwerpunkt wird die strategisch wichtige Produktsparte sein, wie in Costolos Tweet zu lesen war.
"Excited that Twitter Chairman @jack will be returning to the company day-to-day leading product as Executive Chairman".
Wir werden gespannt bleiben und weiter beobachten.....