Schauen wir uns zum Beispiel die Karriereplanung und hier insbesondere die Jobsuche an. Allein die Frage des idealen Zeitpunktes einer Bewerbung führt uns vielleicht unerwartet zum Thema Networking. Der ideale Zeitpunkt einer Bewerbung ist bevor ein Unternehmen eine Stelle öffentlich ausschreibt. Sozusagen in der Endphase der Prüfung, ob geeignete „Inhouse-Bewerber“ zur Verfügung stehen.
Hat man zu diesem Zeitpunkt Kenntnis von der zu besetzenden Stelle und einen geeigneten Zugang steigen die Chancen fast unermesslich. Warum? Ist die Stelle ausgeschrieben, findet man sich nicht selten in der Gesellschaft von hunderten Mitbewerbern um eine einzige Stelle. Ist man hingegen in das Ziel-Unternehmen vernetzt, könnte der gleiche Bewerbungsprozess folgen dermaßen aussehen: Bewerber hat sich gezielt mit Mitarbeitern des Ziel-Unternehmens vernetzt (zum Beispiel über Xing) und auch in die so entstandenen Beziehungen investiert. Jetzt wird die Frage gestellt: Wird in eurem Unternehmen gerade eingestellt? Je nach Qualität der Beziehungsebene übernimmt diese Recherche jemand aus dem inneren Kreis der Firma, der bei positiver Rückmeldung durch jemanden in der Personalabteilung auch gleich die entsprechende Empfehlung ausspricht.
Zum inneren Kreis eines Unternehmens gehörende Menschen genießen unbewusst ein höheres Vertrauen. Der externe Bewerber rückt jetzt in den inneren Kreis auf, was einmal dazu führt, dass seine Bewerbung über interne Kommunikationswege direkt an den „(Personal-)Entscheider“ gelangt und er gleichzeitig fast wie ein interner Bewerber – also weniger kritisch – behandelt wird. Der Bewerber konnte diese Vorteile für sich nur nutzen, weil er im Vorfeld gezielt initiativ und aktiv Networking betrieben hat.